Besichtigung der TUM- Bibliothek am Donnerstag, den 19.11.2015
TUB München

Nach einem kurzen Trip per Bus und per piedi hatten wir bei schönem, aber windigen Wetter die Gelegenheit, uns die Bibliothek der TU München anzuschauen. Unsere Ansprechpartnerin war dabei Frau Dr. Caroline Leiß, Abteilungsleiterin der Informationsdienste.
Unsere Führung begann im kernsanierten Lesesaal der Teilbibliothek Stammgelände, welcher in zunehmendem Maße als Lernort gestaltet wird. Dass dies nicht einfach nur bedeutet, Bücher aus dem Lesesaal ins Magazin zu verlagern, um weitere Arbeitsplätze für Studenten einzurichten, machte uns Frau Leiß anhand verschiedener Punkte deutlich: der Lesesaal muss neu klimatisiert werden, das WLan muss ausgebaut und die Arbeitsplätze müssen mit Steckdosen ausgestattet werden. Nicht immer eine leichte Aufgabe. Nachdem sich beispielsweise Sammelsteckdosen als Stolperfallen erwiesen haben, wurden diese größtenteils wieder entfernt.
Trotz mehrerer Teilbibliotheken, die in ganz Bayern verteilt sind, liegt ein einschichtiges System vor. Der Präsenzbestand dieser Teilbibliothek beschränkt sich auf eine Lehrbuchsammlung und einen gewissen Anteil von Zeitschriften, die als Pflichtexemplare in die Bibliothek gekommen sind, sowie die Grundlagenliteratur der von der Teilbibliothek betreuten Fächer. Um trotz der zerstreuten Lage der Bibliothek eine gleichwertige Auskunft sicherzustellen, erfolgt diese auf verschiedenen Kanälen- über Chat, Email, Telefonen und seit kurzem auch über Whats App wird mit den Nutzern kommuniziert – eine Auskunftstheke gibt es in den jeweiligen Teilbibliotheken nicht. Von dem Versuch, den Studenten trotz der Zentralisierung der Auskunft Gesichtskontakt mit einem Mitarbeiter zu bieten, zeugt noch eine Infosäule in der Mitte des Lesesaales. Dort konnte der Auskunftssuchende per Videotelefonie mit einem Bibliothekar in Kontakt treten, auf Grund der geringen Nachfrage ist diese jedoch ein Überbleibsel der Vergangenheit.
Einen Großteil ihres Erwerbungsetats nutzt die Bibliothek, nicht zuletzt um den Ansprüchen ihrer naturwissenschaftlichen Nutzer gerecht  zu werden,  für E-Medien. So bezieht die TU ca. 26.000 E-Journals. Da Datenbanken schlecht zu besichtigen sind, ging es weiter ins Magazin. Dort konnten wir einen Blick auf den für eine technische Universität eher ungewöhnlichen Altbestand der Bibliothek werfen und wurden mit der Problematik der Langzeitarchivierung konfrontiert- für viele Medien in ihrem Bestand, wie etwa der ausgedienten Floppy Disc, fehlen der Bibliothek mittlerweile die Lesegeräte. Allgemeine Heiterkeit erweckten die motorisierten Gefährte der Magaziner, sowie der Telelift, den wir selbst einmal auf den Weg bringen durften und soweit möglich durchs Magazin gefolgt sind. Während dieser seinen Weg zur Buchausgabe fortsetzte, begaben auch wir uns wieder nach oben.  Unser letzter Anlaufpunkt war ein Seminarraum in dem wir noch einmal vertiefend einige Informationen zur Bibliothek und ihren Angeboten bekamen. Dazu gehören klassischerweise Schulungen für Nutzer, die auf Grund der internationalen Ausrichtung der TU genauso wie die Auskunft auf deutsch und englisch angeboten werden. Daher wird dem Bibliothekspersonal die Möglichkeit geboten, über speziell abgestimmte Coachings diesem Anspruch gerecht zu werden.
Wir bedanken uns bei Frau Dr. Leiß für ihre fachkundige Führung und diesen doch neuen und etwas anderen Einblick in die vielfältige Bibliothekswelt Bayerns.
Christian Einsiedel, Susanne Gressirer, Theresa Hartig, Daniela Seibt (Kurs QE 3 Bibl. 2015/2018)

TUM Bibliothek kurz und knapp- was blieb hängen von der Führung?
•    wie die TU selbst ist die Bibliothek sehr technisch ausgelegt – ein Großteil des Bestands liegt rein elektronisch vor, auch die Beratungstätigkeit erfolgt elektronisch per Chat, Mail oder Telefon
•    es gibt einen auf das Fach Architektur ausgelegten Altbestand
•    das Magazin hat ein paar coole Gimmicks (motorisierte Gefährte und Tele*(bumsdings))
•    Kommunikationssprache oftmals Englisch, da internationaler Benutzerkreis
•    einschichtiges System, mit mehreren Teilbibliotheken
•    angepasste Bibliotheksräume an die technische Fächerausrichtung der TU – sichtbare Streben und Verkabelung
•    Bibliothek als Lernort immer wichtiger – ehemaliger Präsenzbestand muss Arbeitsplätzen weichen
•    Schulungen, open access, Publizieren auch hier essentielle Themen, die Bibliothek wird immer mehr ein wichtiger Ansprechpartner in der Wissenschaft

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