Führung des Kurses Q3 Bibl. 2015/18 im Hauptstaatsarchiv München
Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Am 2. Dezember 2015 lernten wir die Räumlichkeiten und Abläufe des Hauptstaatsarchivs München kennen. Zur  Einführung erhielten wir durch Herrn Dr. Holzapfl einen Einblick in die grundlegenden Unterschiede zwischen den Aufgaben von Bibliotheken und denen der Archive. So arbeiten Archive beispielsweise eng mit bestimmten Behörden zusammen und ihre Bestände sind immer Unikate, was bei Bibliotheken nicht der Fall ist.
Für den Rundgang durch das Hauptstaatsarchiv begaben wir uns auf die Spuren eines Forschers, der die einzigartigen Bestände in Anspruch nehmen möchte. Nach der Anmeldung an der Pforte wurde uns zunächst bewusst, wie unterschiedlich die Suche in Archiven die in Bibliotheken sind. Mit sogenannten Findmitteln wie Datenbanken und zum Teil Jahrhunderte alten Findbüchern anstatt von in Bibliotheken bereits online verfügbaren Katalogen recherchiert der Wissenschaftler z.B. nach geeigneten Urkunden. Bei der näheren Betrachtung einiger Beispiele aus dem 19. Jahrhundert zeigte sich uns das Problem der heute unleserlichen Schrift, das der Forscher im Zuge seiner Arbeit alleine bewältigen muss. Die Recherche im OPAC einer Bibliothek erscheint uns im Gegensatz dazu fast simpel.
Apropos Bibliothek: Der nächste Halt unseres Rundgangs war in der hauseigenen Bibliothek der Einrichtung, in der vor allem die mit Hilfe der Archivalien geschriebenen Publikationen der Benutzer zu finden sind. Weil bis jetzt nur ein Teil der Katalogisate digitalisiert wurde, hatten wir die Möglichkeit – für einige von uns zum ersten Mal – einen Zettelkatalog in Gebrauch zu sehen!
Nun aber zurück auf den Weg des Forschers: Hat er in den Findmitteln ein für sein Thema relevantes Dokument erspäht, wird dieses aus dem Magazin geholt und in den Lesesaal gebracht. Die hohen Wände des Raumes, die von Regalen voller Grundlagenliteratur zur Nutzung der Bestände bedeckt waren, beeindruckten uns.
Einen für Wissenschaftler unzugänglichen Bereich, die Magazine, zeigte uns Herr Dr. Holzapfl danach. Dort bekamen wir einige ältere und wertvolle Dokumente zu Gesicht. Das große Highlight bildete eine von Karl dem Großen in Auftrag gegebene Urkunde. Da der große Herrscher wie viele Adelige seiner Zeit tatsächlich nicht selbst schreiben konnte, setzte er nur zwei Striche in sein fertiges Namenssymbol.
Zurück im Treppenhaus wurden uns als Abschluss noch die ausgehängten Bilder der regionalen Staatsarchive in Bayern präsentiert.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Holzapfl für diese informative und zugleich spannende Führung!

Hannah Daßler und Franziska Zenkel (Kurs QE 3 Bibl. 2015/2018)

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