Führung durch die Speicherbibliothek der BSB in Garching
Speicherbibliothek der BSB in Garching

Am Donnerstag, den 3.12.15 begaben wir uns auf eine lange Reise mit der U-Bahn, die schließlich in Garching enden sollte. Aber weit gefehlt: den dort sollte die eigentliche Reise erst beginnen. Begleitet von Frau Grubauer und Frau Werr machten wir einen ausgedehnten Spaziergang Richtung Speicherbibliothek, bei dem Wandertags-Stimmung aufkam. Dort angekommen, begrüßte uns auch schon Herr Bauer, der uns durch das Magazin führte. Nach einer interessanten und informativen Einführung ging es los in die Weiten des Magazins. Begonnen wurde mit der Besichtigung des ursprünglich ersten Baus, bei der uns die elektrischen Rollregalsysteme gezeigt wurden. Sehr interessant für uns wurde es, als der Standort eines Kommilitonen zugleich ausgenutzt wurde, um uns das praktische Notfallsystem zu zeigen – Vergesst nie eines: Niemals klettern! ;D Als nächstes wurden wir in die Heimat zurückversetzt, indem wir die Abteilung für Zeitungsarchivierung betraten: wir waren erstaunt, dass wirklich jede Zeitung Bayerns vertreten war und wir so einen Blick in unsere Heimatzeitungen werfen konnten. Man konnte in sehr viele glückliche Gesichter sehen… :-) Die nächste Station stellte der Keller dar. Eigentlich war dieser nicht zur Aufbewahrung von Medien angedacht. Aber aus Platzgründen musste er dafür herangezogen werden, da das Magazin auch als Ausweich- und Evakuierungsbibliothek dient. Zum Beispiel wurden dort die Bestände der Passauer Bibliothek aufgrund des großen Hochwassers im Jahre 2014 ausgelagert. Auch waren dort weitere Zeitungsbände und Karten zu finden. Interessant ist auch ein weiterer geschichtlicher Aspekt dieses Gebäudes: der Atomschutzbunker, der zu Zeiten des Kalten Krieges gebaut wurde. Legenden zufolge sollten im Kriegsfall Teile der Regierung dort untergebracht werden. Nun passierten wir den barrierefreien Übergang in das zweite, neuere Gebäude. Ein weiteres Fundstück des Kellers, das uns sehr beeindruckte, war ein großer Globus. Dieser stand zu Zeiten des Nationalsozialismus im „Braunen Haus“. Auffällig daran waren die vielen Eindellungen und Einschüsse. Bald jedoch kommt er an einen neuen Ort und Interessierte können ihn im neuen Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Regensburg besichtigen. Nun sehnte sich jeder von uns nach einer Jacke, denn es ging auf in die Kühlkammer, in der unter anderem Farbfotographien und Mikrofilme gelagert werden. Um uns nach der kalten Erfahrung wieder aufzuwärmen, begaben wir uns ins oberste Stockwerk. Dort durften wir den Ausblick auf der Dachterrasse genießen. Wieder im Erdgeschoss angekommen, konnten wir eine Star-Trek-anmutende Schaltanlage bewundern, die zum Schutz des Gebäudes sowie der vorhandenen Bücher diente: mit dieser kann man zum Beispiel Türen automatisch schließen und sehen, dass sich nachts die Rollregale automatisch zur Belüftung auffächern. Sollte es trotzdem einmal zu einem Brand kommen, ist hier auch eine Schaltzentrale für die sofort alarmierte Feuerwehr vorhanden.
Schon jetzt faszinierte uns die riesige Menge an Büchern: fast unmöglich vorzustellen, aber es ergäbe sich eine Länge von 180 km, würde man die Bücher Rücken an Rücken aufstellen. Damit nicht genug, es ist ein weiterer Anbau in Planung, der unter anderem auch Bestände der LMU Bibliothek aufbewahren soll.
Wir danken Herrn Bauer für die interessante Führung und Frau Grubauer, die durch ein Google Docs Dokument vorher unsere Fragen an Herrn Bauer sammelte.
Marlena Müller und Lena Fischer, Kurs QE 3 Bibl. 2015/18

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