Besuch beim Verlag edition text + kritik
etk_Besuch

Verlage und Bibliotheken pflegen gemeinhin eher selten direkte Kontakte oder Geschäftsbeziehungen. Und dennoch kann ein grundlegendes gegenseitiges Verständnis für die Arbeit der jeweils anderen Einrichtungen für beide nur förderlich sein, erwerben und lizensieren doch Bibliothekare die Produkte, die in den Verlagen zur Reife entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Aus der weitläufigen Münchner Verlagslandschaft konnte der Fachbereich zwischenzeitlich einen guten – um nicht zu sagen: herzlichen – Kontakt zur edition text + kritik etablieren; ein Besuch in diesem auf geisteswissenschaftliche Fachliteratur spezialisierten Verlag ist mittlerweile fester Bestandteil des Curriculums der bibliothekarischen Ausbildung.

So fand sich am 23. Mai 2016 auch die Anwärter des Kurses 2013/16 in den Räume der etk im Münchner Osten ein, wo sie von Ulrike Brandt und Jerome Schäfer – Verlagslektoren für die Bereiche Film- bzw. Literaturwissenschaft – empfangen wurden. Nach einem kurzen Abriss der Geschichte des Verlags und seiner grundsätzlichen Ausrichtung stand zunächst die Print-Produktion im Mittelpunkt. Neben den so renommierten Publikationen wie dem „Kritischen Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG)“ oder der Zeitschrift „Text+Kritik“ (als dem Flagschiff des Verlages), die wohl jedem Bibliothekar einer Universalbibliothek vertraut sind (und sei es nur, weil das erwähnte Lexikon als Loseblattsammlung im Bibliotheksbetrieb stets eine Sonderbehandlung verlangt…), gingen auch Exemplare der neuesten Einzelveröffentlichungen und Bände weiterer regelmäßig erscheinender teils mehr teils weniger bekannter Reihen durch die Hände der Besucher.

Eine Fragerunde zielte im Wesentlichen auf die Arbeit im Lektorat, die generelle Ausrichtung des Verlages, auf Kalkulation, Programmgestaltung und Vertrieb. Zum lebendigen gegenseitigen Meinungsaustausch weitete sich die Gesprächsrunde beim Thema der elektronischen Medien. Denn die Verlagsmitarbeiter hatten bereits im Vorfeld um ein Meinungsbild in Bezug auf das online-Portal des Verlages „nachschlage.net“ gebeten, zu dem die Kursteilnehmer einen Testzugang erhalten hatten. Aspekte der Präsentation der Produkte, der heterogenen Kunden- bzw. Benutzergruppen, ihrer Erwartungen und Vorlieben, der verschiedenen
Zugangsformen kamen hier in einer lebendigen und bisweilen durchaus kontroversen Diskussion zur Sprache und zeigten das Bemühen aber auch die Schwierigkeiten von zwei gewichtigen Spielern auf dem Feld der neuen Medien – Verlagen und Bibliotheken – sich in der dynamischen, pluralistischen Medienlandschaft ausgehend von differierenden Blickwinkeln zurecht zu finden.

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