Ein Kurs geht um die Welt – Teil 5: Glasgow (Schottland)
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Regina (R): Nicole, wohin ging Deine Reise im Rahmen des Auslandspraktikums?
Nicole (N): Ich war in Glasgow, an der Andersonian Library, das ist die Bibliothek der University of Strathclyde. Das ist eine von mehreren Universitäten in Glasgow mit ca. 16.000 Studenten. Sie ist hauptsächlich technisch ausgerichtet, so ist sie die beste Universität im Fachbereich Physik in ganz Großbritannien.
R: Was waren denn Deine Aufgaben in der Bibliothek?
N: Ich durfte in meinem vierwöchigen Praktikum in alle Abteilungen reinschnuppern, die Mitarbeiter haben sich ganz viel Zeit für mich genommen und mir alle ihre Aufgaben erklärt und natürlich durfte ich auch selbst mitarbeiten. So war ich zum Beispiel an der Info und habe den Studierenden bei Fragen weitergeholfen, ich habe einige Meter alte Bücher aus den Regalen aussortiert und an den Links zu den Datenbanken gearbeitet, diese gecheckt und, wenn nötig, geändert.
R: Schottland war ja in jüngerer Zeit nicht zuletzt wegen des Referendums 2014 groß in den Medien. Lässt sich so etwas wie ein „schottisches Nationalgefühl“ oder Patriotismus im Alltag spüren? Macht es sich vielleicht sogar in der Bibliothek bemerkbar?
N: Patriotismus wird in Schottland, oder zumindest in Glasgow, groß geschrieben, aus meinen Erfahrungen heraus kann ich dir nicht sagen, warum das Referendum gescheitert ist, alle Schotten, mit denen ich gesprochen habe, wollen die Trennung von Großbritannien. In der Bibliothek selbst ist davon allerdings nichts zu spüren, diese Dinge konzentrieren sich auf den privaten Bereich, während der Arbeit ist man professionell.
R: Wie würdest Du Glasgow, das ja früher für lange Zeit eher als schmuddelige Industriestadt verrufen war, schmackhaft machen? Was hast Du an der Stadt besonders geschätzt?
N: Glasgow ist alles andere als eine schmuddelige Industriestadt. Es ist sehr lebendig dort, jeder Stadtteil ist anders, Dennistoun z.B., wo ich gewohnt habe, wandelt sich gerade von Arbeiterviertel hin zu einem moderneren Klientel, allerdings passiert das auf ganz natürliche Art, also keine Gentrifizierung durch horrende Mietpreise oder Ähnliches. Dadurch gibt es dort eine sehr interessante Mischung aus allen Bevölkerungsschichten, was dazu führt, dass die Geschäfte und Pubs sehr unterschiedlich sind, es ist für jeden etwas dabei. Außerdem sind die Glaswegians sehr freundlich und offen, wenn man in ein Pub geht, hat man sofort einen Gesprächspartner. Ich würde jederzeit wieder nach Glasgow gehen und kann die Stadt nur weiter empfehlen.
R: Danke Nicole! Vielleicht fühlt sich da gleich jemand angesprochen und wird in der Zukunft in Deine Fußstapfen treten.

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