Digitale Bilderwelten
Ausstellung Bilderwelten I

„Dieses 15. Jahrhundert, dieser massenhafte Plunder.“ Einer solchen Aussage kann Frau Dr. Claudia Fabian, Leiterin der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der BSB, keinesfalls zustimmen. Verglichen mit den Buchmalereien der Gotik erachten manche die Werke des späten Mittelalters als wenig prunkvoll. Genau diesem Eindruck möchte die Bayerische Staatsbibliothek mit ihrer Ausstellung „Luxusbücher“ entgegenwirken, und so wurden wir, die Studenten des 3. und 4. theoretischen Fachstudienabschnitts, am 13. Juli von Frau Dr. Fabian in die beeindruckenden Bilderwelten eingeführt. Aber nicht auf die klassische Art direkt vor der Vitrine, sondern modern, quasi mit Laptop und Lederhose – beziehungsweise mit Laptop und Beamer. Die Eröffnungsausstellung des dreiteiligen Zyklus „Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“ ist auf der Webseite der BSB in digitaler Form verfügbar. Dort können nicht nur die herausragendsten Seiten der ausgestellten Werke inklusive ihrer Beschreibung eingesehen werden, der interessierte „Besucher“ kann sich sogar auf das vollständige Digitalisat weiterleiten lassen und so noch viel mehr sehen als beim Blick in die Vitrine. Leicht können hier Stunden und Tage vergehen, wenn man sich so in die verschiedenen Luxusbücher vertieft, die aufgrund ihrer prunkvollen Bilder, aber auch wegen ihrer wertvollen Materialien oder der kostspieligen Herstellung ausgewählt wurden. Natürlich sind viele religiöse Werke dabei, Motive wie Jesus am Kreuz oder auch Eva mit der Frucht vom Baum der Erkenntnis kehren mehrmals wieder. Aber auch Weltliches findet Eingang in die wortwörtlich bunte Mischung, beispielsweise ein Bildband zur Fechtkunst, der so anschaulich ist, dass einige Fechtkünstler die Bilder als Vorlage für eine Vorführung bei der Ausstellungseröffnung verwendeten. So gibt es viel zu sehen im ersten Teil von „Bilderwelten“, und auch die nächsten beiden werden wohl viele Besucher anlocken. Denn eines kann man nach dem Blick auf die Luxusbücher definitiv sagen: „Plunder? Von wegen!“

Auch wenn es kein Ersatz ist für Frau Dr. Fabians Fachwissen und Begeisterung für die Materie, empfehlen wir die virtuelle Ausstellung allen Bücherfreunden aufs Wärmste.

Link zur virtuellen Ausstellung

Kurs Q3 Bibl. 2014/17

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