Führung durch das Leibniz-Rechenzentrum
LRZ 2016-2

Rechenzentrum: endlose Kabel, viele Computer, Technik, die kein Normalsterblicher verstehen kann und Sicherheitsmaßnahmen ohne Ende. So stellten sich zumindest die beiden Kurse 2015/18 und 2016/19 ihren Ausflug ins Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) nach Garching vor. In zumindest einem Punkt haben wir uns komplett geirrt: Sicherheitsmaßnahmen gibt es so gut wie keine. Von außen sieht das Gebäude ganz normal aus, fällt neben der Informatikfakultät der TUM nicht weiter auf. Man kann das Gebäude einfach so betreten. Warum das so ist, hat uns Herr Oesmann erklärt: Es werden im LRZ weder sensible personenbezogene Daten noch geheime Unternehmensdaten verwaltet. Das Rechenzentrum ist für die Betreuung des Münchener Wissenschaftsnetzes zuständig, das die Hochschulen, die Forschungseinrichtungen und unter anderem auch die Bayerische Staatsbibliothek umfasst. Diese Einrichtungen sind öffentlich finanziert und somit an eine Veröffentlichungspflicht gebunden, die jedes Abhören des LRZ uninteressant macht.
Der dreieinhalbstündige Rundgang begann mit einer allgemeinen Einführung in die Organisationsstrukturen und die Dienstleistungsangebote des Rechenzentrums. Seit der Anschaffung eines neuen Hochleistungsrechners im Jahre 2006 hat das LRZ seinen Sitz in Garching, vorher hat man aus der Münchener Innenstadt operiert. 2010 ist der Platz dann aber schon wieder zu klein geworden und es musste für den neuen Rechner SuperMUC 2 (Stellfläche ca. 550 qm) noch einmal angebaut werden. Den Superrechner durften wir dann auch begutachten und zwischen den Reihen spazieren gehen. Auch hat uns Herr Leisen ausführlich und auch für Nicht-Informatiker verständlich erklärt, was diese ganzen Kabel und Lichter denn eigentlich tun und wie sie zusammengesetzt sind. Besonders spannend fanden wir die, je nach Technik unterschiedlichen Löschsysteme, einmal mit deionisiertem (nicht-leitendem) Wassernebel, einmal mit dem Edelgas Argon.
Absolutes Highlight der Führung war allerdings das Zentrum für Virtuelle Realität und Visualisierung. Zuerst stellte Herr Oesmann uns ein Projekt vor, bei dem ein nur 16 Millimeter großes Zwergchamäleon dreidimensional eingescannt und durch spezielle Technik tausendfach vergrößert wurde. Dieses Modell kann nun dreidimensional von einer Gruppe erforscht werden. Danach durften wir ins alte Ägypten reisen und uns eine richtige Grabkammer von innen anschauen. Möglich gemacht wird dies durch eine Virtual Reality Cave, die maßstabsgetreue Bilder an drei Wände, Decke und Boden eines würfelförmigen Raumes wirft und durch eine spezielle Brille auch auf die Bewegungen der Person im Raum reagiert und die Umgebung so bewegt, dass man das Gefühl hat in einer echten Grabkammer in Ägypten zu stehen. Das gleiche Prinzip haben wir auch noch auf einer Reise „zum Mittelpunkt der Erde“ angewendet. Ein Modell von Geologen der LMU will die Strömungen der warmen und kalten Massen unter der Erdoberfläche erforschen. Außerdem haben wir noch den Kopf in einen Globus gesteckt. Die BSB hat einige ihrer wertvollen Stücke für das Projekt „bavarikon“ digitalisieren lassen (unter anderem den oben genannten Globus), sodass man auch abseits der Ausstellungsräume die Objekten mit allen Einzelheiten in Ruhe studieren kann.

LRZ - In der virtuellen Grabkammer

LRZ – In der virtuellen Grabkammer

LRZ - Orientierung in der virtuellen Welt

LRZ – Orientierung in der virtuellen Welt

LRZ - Im Inneren eines Globis

LRZ – Im Inneren eines Himmelsglobus

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