Whistleblowing – Martin Luther: der Edward Snowden des Mittelalters
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Whistleblowing – dabei denkt man automatisch an Edward Snowden und seine Enthüllungen rund um die NSA im Jahre 2013. Das Whistleblowing aber weit mehr ist als dieser Skandal und auch sehr häufig – vielleicht auch unbewusst – im Alltag stattfindet, sollten wir im Rahmen des Moduls IT – Suchmaschinentechnologien herausfinden. Oder können Sie uns sagen, was Martin Luther damit zu tun hat?!
Also was ist Whistleblowing eigentlich? http://www.whistleblower-net.de erklärt es so:

„Die Offenbarung von illegalen oder illegitimen Missständen und Risiken durch Angehörige einer Organisation (Insider) an Adressaten (innerhalb oder außerhalb der Organisation) um so eine Veränderung zu bewirken“, nennt man Whistleblowing.

Zu Whistleblowing gehört somit eine große Portion Mut und Zivilcourage, anders als man es bei den deutschen Begriffen „Denunziant“, „Hinweisgeber“ oder „Alarmschläger“ vielleicht erwarten würde. Deshalb ist man auch beim englischen Begriff geblieben.
Doch wo findet man Whistleblowing nun im Alltag? Theoretisch überall. Sobald ein Missstand entdeckt und an eine höhere Instanz weitergeleitet wird, ist es Whistleblowing. Dabei hat man verschiedene Möglichkeiten, an wen man sich wenden kann. Im beruflichen Leben ist grundsätzlich der Vorgesetzte der erste Ansprechpartner. Darüber kann man sich bei strafrechtlichen Angelegenheiten natürlich auch an Polizei, Staatsanwaltschaft oder anderweitig zuständige Behörden wenden. Als letzter Schritt sollte der Weg an die Öffentlichkeit gewählt werden, egal ob durch die Medien (Zeitungen, Fernsehen) oder direkt.
Sollten Sie sich dazu entscheiden, einmal Whistleblowing zu betreiben/durchzuführen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die rechtliche Situation für den Hinweisgeber in Deutschland nicht geklärt ist. Es gibt noch kein Schutzgesetz, obwohl seit der Causa Snowden viele Stimmen danach laut geworden sind. Die Wissenschaft hingegen hat Regeln gefunden für den Umgang mit Whistleblowern im Kontext des wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Man soll sich an eine institutionseigene Vertrauensperson wenden, welche die Vorwürfe prüft und dafür Sorge trägt, dass die Karriere des Whistleblowers unbeschadet bleibt.
So, können Sie jetzt die Eingangsfrage beantworten? Was hat Martin Luther mit dem Thema nun zu tun? Richtig! Auch er hat Missstände angeprangert – in der katholischen Kirche –, sie öffentlich gemacht und damit eine der größten Revolutionen der Geschichte hervorgerufen.
Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind auf mehr dieser couragierten Menschen, schauen Sie doch mal auf http://www.anstageslicht.de/home/ vorbei oder schauen Sie sich die Virtuelle Austellung „Whistleblowing – Licht ins Dunkel bringen!“ an (http://www.whistleblower-net.de/whistleblowing/fall-beispiele-fur-whistleblowing/ausstellung/ausstellung-intro/)!

Marlena Müller & Michaela Beißer (QE3, 2015/18)
PS: Vielen Dank an unser Wiesel für seine tatkräftige Unterstützung 😉

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