Die Staatliche Bibliothek Regensburg – eine regionale Forschungsbibliothek wird hybrid
Gastvortrag

„Die Bayerische Staatsbibliothek ist unser Mutter- und Flaggschiff.“ Im ersten Teil seines Vortrags über Staatliche Bibliotheken am 09.03.2017 ging der Referent Dr. Bernhard Lübbers, der Leiter der Staatlichen Bibliothek Regensburg, auf vorhandene Strukturen in der Welt der bayerischen Staatlichen Bibliotheken ein. Im Vergleich von Mitarbeiter- und Bestandszahlen der BSB und seiner eigenen Regionalbibliothek zeigen sich die unterschiedlichen Dimensionen beider Häuser und die Wichtigkeit der BSB als Mutterschiff mit ihrem Beiboot, dem Leibniz-Rechenzentrum in Garching, deutlich.
„Wir sind ein bisschen öffentliche und ganz viel wissenschaftliche Bibliothek.“
Dieses Selbstbild zeigt, dass die hochkarätige Forschungsbibliothek und eine bürgernahe Öffentlichkeitsarbeit keinen Gegensatz darstellen muss. Die Staatliche Bibliothek Regensburg hält Angebote für die breite Öffentlichkeit bereit und richtet ihre Aufmerksamkeit natürlich gleichzeitig auch in zahlreichen Projekten auf den wertvollen Altbestand. Seit der Gründung 1816 profitiert das Haus von seinem günstigen Standort im Kern der UNESCO-Weltkulturerbe Stadt. Neben der zentralen Lage im ehemaligen Gebäude des Gymnasium Poeticum, die dem Haus viel Laufkundschaft beschert, rücken auch die Kooperation „Regensburger Bibliotheken für Schulen“ und Büchersprechstunden die Bibliothek in das Bewusstsein der Bürger. Auf der anderen Seite arbeiten immer wieder Forscher aus aller Welt an Veröffentlichungs- und Ausstellungsprojekten beispielsweise zum umfassenden Altbestand der alten Reichsstadt Regensburg. Die Bestandsvielfalt wurde nochmals deutlich, als Dr. Lübbers beeindruckend ausgewählte Projekte zu den zahlreichen Sammlungen und Nachlässen vorstellte.
„Quod non est in Google, non est in mundo.“
Wenn die Bayerische Staatsbibliothek als Neil Armstrong bei der Digitalisierung im Private-Partnership-Modell mit Google gilt, nennt Dr. Lübbers seine Bibliothek stolz Buzz Aldrin. Mit dem Einstieg in die Massendigitalisierung 2012 ging die globale Sichtbarkeit der Dokumente einher, wodurch die gedruckten Originale aber eben nicht überflüssig, sondern im Gegenteil häufiger und weltweit angefragt werden. Dem Ziel der hybriden Forschungsbibliothek ist die Staatliche Bibliothek Regensburg bis 2016, als das Projekt abgeschlossen wurde, somit einen großen Schritt näher gekommen. Sie kann nun einen Teil ihres Bestandes jedem Nutzer auf seinem favorisierten Informationsträger, ob Buch oder Digitalisat, zur Verfügung zu stellen.
Vielen Dank an Herrn Dr. Lübbers vielmals für diesen anregenden und interessanten Vortrag!

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