Münchnerisches mal anders
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Besuch der Monacensia am 30.03.2017
Monacensia: in der Sammlung dreht sich alles um München: im „Fachjagon“ auch Münchnerisches genannt.
Organisatorisch ist sie ein kleiner, aber feiner Bestandteil der Stadtbibliothek München.
Neben der Bibliothek befindet sich hier auch ein Literaturarchiv mit Vor- und Nachlässen von Münchner Autorinnen und Autoren sowie solchen, die mit der Stadt in Verbindung stehen:
zum Beispiel von Oskar Maria Graf, Liesl Karlstadt, Ludwig Thoma und Frank Wedekind.
Angesiedelt ist die Monacensia im Hildebrandhaus, eine Villa am Isarhochufer nahe dem Friedensengel, mit einer turbulenten Geschichte, die wirklich hörenswert ist ;).
Charaktervoll sticht die Innenarchitektur des Hauses ins Auge. Nach langer Zeit des Dornröschenschlafs wurde dieses im alten Charme frisch saniert und annähernd wieder in seinen Originalzustand versetzt. Die ursprünglichen Pläne stammen vom Bildhauer Adolf von Hildebrand, der erste Bewohner und Namensgeber des Hauses.
Eine Bibliothek öffnet sich ist das neue Programm: es soll allen Interessierten die Möglichkeit geben, die Welt der einzigartigen Bestände zu erkunden. Besonderes Schmankerl sind die Ausstellungen. Zum Beispiel gibt es zwei Dauerausstellungen: „Das Hildebrandhaus“ (Biografie einer Künstlervilla) und „Literarisches München zur Zeit von Thomas Mann“ (Von der Bohème zum Exil)
Nutzer können die Bestände der Bibliothek in 3 Räumen entdecken: Hinter dem schönen Namen der Bibliothek im Damenatelier – die ehemaligen Atelierräume der Töchter Hildebrands –  verbirgt sich der Freihandbestand der neueren Literatur zu München. Die inhaltliche Vielfalt reicht von Architektur und Baukunst über die Geschichte der bayerischen Landeshauptstadt. Zwei Galerien verbinden das ehemalige große Atelier von Adolf von Hildebrand im Erdgeschoss mit dem Damenatelier. Dort befinden sich nach Sprachen geordnet sämtliche Übersetzungen der literarischen Werke von Thomas Mann. In Raum zwei findet man eine ständig aktualisierte Auswahl Münchner Autorinnen und Autoren sowie Literatur zu den Themenschwerpunkten Bohème und den Exiljahren. Last but not least beinhaltet der dritte Raum die literarischen Werke von und über die Familie des Thomas Mann: Ausgewählte Werkausgaben, Briefbände, Tagebücher, Biografien, Bildbände, neuere Sekundärliteratur, Jahrbücher, Studien- und Schriftenreihen befinden sich hier.
Spezielle Sammlungsgegenstände kann man hier auch entdecken: unter anderem Flugschriften zur Räterepublik, Faschingsorden, alles zum Oktoberfest.
Insbesonders gesammelt werden jedoch Zeitungen/Zeitschriften aus München, Karten und Pläne, Literaturproduktion der Stadt in jedweder Form, Drucke.
Andere wichtige Persönlichkeiten in Zusammenhang mit der Monacensia und ihrem jetzigen Sitz sind neben Adolf von Hildebrand (ursprünglicher Besitzer des Hauses, Künstler) Elisabeth Braun (ehemalige Besitzerin: Tochter einer alteingesessenen jüdischen Münchner Kaufmannsfamilie) und Hans Ludwig Held (Gründer der Monacensia, Stadtbibliotheksdirektor).

Marlena Müller, Daniela Seibt, Theresa Hartig (Kurs Q3 2015/2018)

Hildebrandhaus: Sitz der Monacensia

Hildebrandhaus: Sitz der Monacensia

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