Praktische Einführung in die mittelalterliche Buchmalerei
Buchmalerei

Anfang Dezember fand ein besonderes Highlight für uns Studienanfänger statt: Der Buchmaler Jörg Schwarzenbach stattete der FHVR einen Besuch ab. Aber er kam nicht mit leeren Händen, sondern hatte jede Menge Arbeitsutensilien dabei: Schreibpulte, Federkiele, Farbpigmente, Papiere,… Schließlich durften wir selbst praktisch erproben, wie früher die „Karolingische Minuskel“ mit Federkielen geschrieben wurde. Dafür musste natürlich die historisch-getreue schwarze Farbe erst angerührt werden: Ruß, Gummi Arabicum, Ochsengalle, Wasser und viel Geduld beim Rühren waren dafür nötig. Der richtige Winkel des Federkiels auf dem Papier, die genaue Menge Farbe und vor allem die getreue Kopie der Karolingischen Minuskel-Buchstaben forderte viel Geduld beim Schreiben. Daneben lieferte die gebückte Haltung über den Schreibpulten einen echten Einblick in die Schreibwerkstätten des Mittelalters.

Zur Ausschmückung der Bücher verwendeten die Buchmaler früher Farben, die aus Steinen, Pflanzen oder Tieren hergestellt wurden. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden Bücher oft mit unvorstellbar reichem Bilderschmuck ausgestattet. Dies war früher die Arbeit der Buchmaler. Mit Herrn Schwarzenbachs Hilfe ließen wir 400 Jahre nach der Zeit der Buchmaler diese Kunst im Klassenzimmer wieder lebendig werden. Passend zur Adventszeit entstanden so meist reich geschmückte Weihnachtskarten für Familie und Freunde.

Auch wenn im Studium der Bibliotheksanwärter der Schwerpunkt auf Datenbanken, Informationsressourcen oder Katalogisierung liegt, war es umso spannender, aktiv die Buchherstellung im Mittelalter kennen zu lernen!

Website des Buchmalers Jörg Schwarzenbach

(Kurs Q3 Bibl. 2014/2017)

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