Besuch der Bibliothek des Bayerischen Landtags
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Ein weiterer verregneter Nachmittag, eine weitere interessante Bibliothek: am 25. Juli durften wir, das heißt die Kurse 2014/17 und 2015/18 die Bibliothek des Bayerischen Landtages besichtigen – und nicht nur diesen Teil des geschichtsträchtigen Gebäudes, wie sich später herausstellen wird.
Aber ganz von vorn: nach einigen kleinen Orientierungsschwierigkeiten wurden wir -gelotst durch Besuchereingang und Hinterhof- von Herrn Dr. Markus Nadler in der hübschen und 2014 renovierten Bibliothek begrüßt.  Er ist Leiter des Referats Z1, das Bibliothek, Archiv und Dokumentation umfasst. Neben den klassischen bibliothekarischen Tätigkeiten ist im Referat auch der stenografische Dienst angesiedelt oder die zentrale Informationsstelle für Bürger zu allen Fragen des Landtages. Generell lässt sich sagen, dass die Zielgruppe der Bibliothek eben nicht nur aus den Parlamentariern besteht, auch die einzelnen Fraktionen, alle Mitarbeiter des Landtags und auch der „normale“ Bürger können in die Bibliothek kommen und sich dort Bücher ausleihen und mit nach Hause nehmen. Und die Auswahl ist nicht gerade gering: der Bestand wird auf ca. 60 Tausend Bände geschätzt, wobei die Spezialbibliothek sehr fein zu ihren Themengebieten (die alles abdecken, zu dem sich die Abgeordneten informieren wollen) erwirbt und wenn nötig auch mit anderen Münchener Bibliotheken wie der BSB und der Stadtbibliothek am Gasteig zusammenarbeitet, um schnell und einfach Bücher für ihre Nutzer zu beschaffen. Dies geschieht auch über die Fernleihe, an der die Bibliothek als nehmender Partner teilnimmt, jedoch ist sie nicht Verbundteilnehmer. Um zur Bestandspflege zurückzukehren: der Fokus wird hier vor allem auf aktuelle Literatur gelegt, und so auch ältere Bestände noch vorheriger Überprüfung ausgesondert. Wenn man sich über dieses Thema unterhält, kommt man natürlich nicht darum herum auch den E-Medien-Erwerb anzusprechen, bei dem die Bibliothek des Bayerischen Landtags auch spezielle Wege geht: es gibt da zum Beispiel einige Nordbayerische Zeitungen (die bei Manchen der Zuhörer auch heimatlichen Herzen höherschlagen lassen), bei denen sich ein täglicher Kurier nach München einfach nicht mehr lohnt- und diese nun an zwei Tabletts in der Bibliothek online gelesen werden können. E-Book-Pakete hingegen machen seitens der Spezialbibliothek wenig Sinn, da ihr Sammelschwerpunkt (der sich vor allem auf Bavarica, spezielle Literatur zu Recht, Politik und Politikern bezieht) zu speziell dafür ist. Es geht vor allem darum, dass die Nutzer, oft Abgeordnete, schnell und einfach ihre Literatur bekommen. Wenn möglich, werden durch E-Medien Akzente gesetzt.
Aber es sollte sich an diesem Nachmittag ja nicht nur um die Spezialbibliothek drehen, denn der Bayerische Landtag hat noch viel mehr zu bieten. Wir verabschiedeten uns von den schönen Bücherräumen und begannen mit Herrn Nadler noch einen kleinen Rundgang durchs Haus, bei dem wir einige interessante Sachen erfuhren: So ist der Landtag dort strenggenommen nur Mieter- das Haus gehört der Stiftung Maximilianeum, die Bildung und Studium durch Stipendiaten fördert, die auch immer noch zum Teil im Haus wohnen. Wir durften zudem auch einige Informationsmöglichkeiten bewundern, die für die Öffentlichkeit von Herrn Nadler Referat ausgearbeitet wurden: es gab zum Beispiel einen Touchscreen mit allen Abgeordneten von damals bis heute, inklusive Lebenslauf und Beziehungen. An anderer Stelle wurde über verfolgte Abgeordnete während des NS-Regimes informiert. Am Ende der Führung durften wir schließlich noch Senats- und Plenarsaal bewundern.
Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Nadler für die schöne und aufschlussreiche Führung!

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