„Alles ist im Fluss“ – Bericht von der 17. Verbundkonferenz
Verbundkonferenz 2017

Am 9.11. hatten die Kurse 2016/19 und 2017/20 des Fachbereichs zum ersten Mal die Gelegenheit, an einer Verbundkonferenz des Bayerischen Bibliotheksverbunds teilzunehmen.
Als inoffizielles Motto der Veranstaltung kann mit gutem Gewissen der von Herrn Dr. Andreas Weber sehr schön bebilderte Satz „Alles ist im Fluss“ genannt werden.
Denn nicht nur die bibliothekarischen Lokalsysteme, auf die sich Herr Weber in seinem Vortrag vor allem bezog, sondern nahezu alle Bereiche des Bibliothekswesens in Bayern sind stetigem Wandel unterworfen – von den gesetzlichen Rahmenbedingungen des Urheberrechts-Wissensgesellschaftsgesetz über die Auswahl eines zukünftigen Bibliothekssystems für Bayern, über die Weiterentwicklung der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek und Open-Source-Innovationen in Bibliotheken bis hin zur bibliothekarischen Aus- und Weiterbildung.
Doch von vorne – nach der Begrüßung der circa 170 Teilnehmenden aus 80 Bibliotheken durch Frau Dr. Dorothea Sommer gab der SPD-Landtagsabgeordnete Christian Flisek in einem eindrucksvollen Eröffnungsvortrag Einblick in das Entstehen des vom letzten Bundestag beschlossenen Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz. Dabei ging er vor allem auf die Lobbyarbeit der deutschen Verlage sowie die bibliothekarische Interessenvertretung ein.
Die Unwägbarkeiten dieses Gesetztes und seine Auswirkungen auf die bibliothekarische Arbeit erläuterte anschließend Frau Dr. Ruth Katzenberger-Schmelcher. So stellt das ab März 2018 geltende Gesetz ihrer Meinung nach eine deutliche Verbesserung dar, allerdings bleiben auch noch viele Fragen offen. Dies machte anschließend auch Dr. Berthold Gillitzer deutlich, der vor allem die Auswirkungen des neuen Gesetzes auf die Fernleihe beleuchtete.
Ebenfalls „im Fluss“ befindet sich die Elektronische Zeitschriftenbibliothek. Diese wird in Zukunft unter anderem einen Open-Access-Linkingdienst sowie einen neuen Datenlieferdienst für Zeitschriftenpakete anbieten und eine OAI-Schnittstelle entwickeln, wie Frau Dr. Evelinde Hutzler in ihrem Vortrag erläuterte.
Über die Veränderungen in den Lokalsystemen sowie die Suche nach einem neuen Bibliothekssystem für Bayern gingen anschließend – wie erwähnt – Herr Dr. Weber sowie Herr Alexander Weiß in ihren Vorträgen ein. Wegen der sich stetig verändernden Anforderungen an ein Bibliothekssystem machte sich Herr Weiß für die Einführung des voll integrierten Open-Source-Systems Folio stark.
Auch die Art und Weise des Nachdenkens über die bibliothekarische Zukunft wird stetig kreativ weiterentwickelt, wie drei Werkstattberichte im Anschluss erläuterten:
So schilderte zunächst Frau Beate Rusch die Ergebnisse eines Design-Thinking-Workshops, der sich mit den Anforderungen an Open Science in Bibliotheken befasste. Weiterhin berichtete Herr Dr. Steffen Wawra von der Innovationskonferenz 2017, die sich mittels des World-Café-Formats mit Datensicherheit, -hoheit und -nutzung sowie dem bibliothekarischen Umgang mit problematischen Inhalten in Social Media und dem Dark Net auseinandersetzte. Zudem gingen Frau Dr. Caroline Leiß und Frau Doris Schneider in ihrem Werkstattbericht auf die Anforderungen der Weiterbildung in Bibliotheken ein und konstatierten, dass Bibliotheken in Zukunft nicht nur ein Lehr- und Lernort sein müssten, sondern – bezogen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – eben auch ein lernender Ort.
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde vor allem die Auswahl eines neuen Bibliothekssystems angeregt diskutiert.
Für uns Anwärterinnen und Anwärter war die Teilnahme an der Konferenz eine hervorragende Gelegenheit, die Auseinandersetzung mit der Weiterentwicklung des bayerischen Bibliothekswesens mitzuerleben.

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