Zu Besuch bei Erkan und Stefan im Druckzentrum der SZ
Süddeutsche

Die einen oder anderen Zeitungsleser werden sich bestimmt schon gefragt haben, wie es denn gelingt, dass die Zeitung pünktlich zum Frühstück im Briefkasten landet, wo doch die Schlagzeilen dennoch aktuell sind. Dieser Frage durften wir bei unserem Besuch im Druckzentrum der Süddeutschen Zeitung im Osten Münchens auf den Grund gehen.
Zu Beginn wurde uns in einem kurzen Film die Süddeutsche Zeitung als Ganzes und insbesondere die Arbeit der Redaktion im Gebäude nebenan mit all ihren Ressorts und Auslandskorrespondenten vorgestellt.
Herr Vetter, bei dem wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für seine umfassenden Informationen zur Zeitungsdrucktechnik bedanken möchten, erklärte uns außerdem, wie der Druck einer Zeitung im 21. Jahrhundert – Stichwort Hochdruck- und Offsetrotation – funktioniert und dass die SZ (bzw. das Druckzentrum) auch die BILD-Zeitung für München druckt. Darüber hinaus haben wir einige äußerst beeindruckende Zahlen über die Zeitungsproduktion erfahren. So kann die Druckerei der Süddeutschen Zeitung bis zu 43.000 Zeitungen in der Stunde drucken, durchschnittlich verlassen im Laufe eines Arbeitstages (bzw. Nacht, damit die Zeitung morgens pünktlich ausgeliefert wird) rund 800.000 Zeitungen das Gebäude.
Nach all diesen Informationen waren wir dann gut gerüstet, mit der eigentlichen Führung durch die mit dem Architekturpreis für Zeitungsgebäude ausgezeichnete Druckerei zu beginnen. Doch nicht nur das Druckzentrum ist wortwörtlich ausgezeichnet, auch die Qualität der Zeitungsdrucke wurde bereits mehrmals prämiert. Ausgerüstet mit Warnwesten und Kopfhörern durften wir die verschiedenen Stationen, die eine Zeitung auf ihrem Entstehungsweg zu bewältigen hat, bestaunen. Angefangen bei der Druckplattenproduktion, den eindrucksvollen 17 Meter hohen Drucktürmen, der manuellen Farbkontrolle von Zeitungsstichproben durch einzelne Mitarbeiter (so kommt es durchaus vor, dass verschiedene Ausfertigungen derselben Zeitung auf den Markt gelangen), dem automatisierten Einsortieren von Beilagen bis hin zum vollautomatischen Rollenbestückungslager der jeweils 1,3 Tonnen schweren Papierrollen. Hier konnten wir die eingangs genannten Roboter Erkan und Stefan bewundern, wurden aber von Herrn Vetter gewarnt: „Passen Sie auf, sonst werden Sie auch noch gleich mitabgeschleppt!“ Dies ist zum Glück niemandem von uns passiert und so durften wir zum Abschluss unserer Besichtigung nicht nur eine Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom nächsten Tag, sondern auch einen Druck der allerersten SZ-Ausgabe vom 6.10.1945 mit nach Hause nehmen.
Wenn wir also in Zukunft in der Pause im Fachbereich unsere Süddeutsche lesen, wissen wir, welch lange Reise die Zeitungsartikel von Redaktion bis hin zur Auslieferung hinter sich gebracht haben, um uns tagtäglich über die aktuellsten Geschehnisse in der Welt zu informieren.

Süddeutsche Zeitung, Eingang des Druckzentrums

Süddeutsche Zeitung, Eingang des Druckzentrums

Im Druckzentrum

Im Druckzentrum

Produktionsstraße beim Zeitungsdruck

Produktionsstraße beim Zeitungsdruck

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