Von mesopotamischen Tonkegelchen bis zur Schedelschen Weltchronik – Buchgeschichte in der Bayerischen Staatsbibliothek mit Herr Dr. Ikas
Keilschrift

Herr Dr. Ikas veranschaulichte für uns, den Kurs 2016/19, am Nachmittag des 05.02. mehr als 4000 Jahre Schriftgeschichte anhand von Originalen und Faksimiles aus dem Bestand der BSB. Zuerst durften wir die ältesten Stücke der Staatsbibliothek bewundern: mit Keilschrift beschriebene, mesopotamische Tonkegelchen aus dem dritten Jahrtausend vor Christus. Dem folgte ein weiterer aus heutiger Sicht exotisch anmutender Beschreibstoff: orientalische Palmblatthandschriften die mit in geritzte Vertiefungen gestreuter Asche „beschrieben“ wurden. Danach bewegten wir uns mit großen Schritten auf das schnöde, moderne Buch zu. Der karolingische Codex, den wir als nächstes bestaunen durften, war jedoch noch nicht auf Papier, sondern auf Pergament geschrieben. Dieser aus Tierhaut bestehende Stoff weist eine Besonderheit auf, die wir sogleich erfühlen durften. Jedes Blatt besteht nämlich aus zwei verschiedenen Seiten, einer rauhen Haar- und einer glatten Fleischseite, die an die Herkunft des Beschreibstoffes gemahnen. Im Anschluss zeigte uns Herr Dr. Ikas zwei Prachthandschriften, das Perikopenbuch Heinrichs II. und das Salzburger Perikopenbuch, wobei wir auch noch einiges über die teilweise sehr wechselvolle Besitzgeschichte der Bestände der Staatsbibliothek erfuhren. Eine Rechtshandschrift mit verschiedenen Glossen, eine Inkunabel mit rasselnder Buchkette und ein Blick in die Schedelsche Weltchronik rundeten unseren Ausflug in die Geschichte des geschriebenen Wortes ab.

Der Kurs bedankt sich recht herzlich bei Herrn Dr. Ikas für diese kurzweilige Reise durch die Jahrhunderte!

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