Die Schatzkammern des BR – auf Abenteuer-Tour und Phantomjagd im BR-Funkhaus
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Am 28.02.2018 durften wir, der Kurs 2016/19, im Anschluss an den Besuch des Kurses 2017/20, ebenfalls die Archive und Sendestudios des BR besuchen. Auf dem Plan standen ein fauler Aufzug, 1500 Euro auf dem Kopf und die Jagd nach den Phantomstimmen des B1. Und natürlich viele wunderbare Eindrücke in die Welt von Ton, Film und Fernsehen.

Nach kurzen Orientierungsproblemen bezüglich des richtigen Eingangs zum BR-Funkhaus, begann unsere Führung mit einem kurzen Überblick über die verschiedenen Archive des BR, angefangen beim Fotoarchiv über das Fernseharchiv bis hin zum Pressearchiv und einigen Ausführungen zur Digitalisierung von Audio-, Video-, Noten- und Filmdatenträgern.

Unser Rundgang durch das BR-Funkhaus startete mit einem faulen Aufzug, der uns kurzerhand seine Dienste verweigerte im siebten Stock des BR-Gebäudes in den BR-Archiven. Seit den 2000ern werden hier zahlreiche Tonträger digitalisiert. Zu Beginn der Digitalisierung wurde nur auf Anfrage digitalisiert. Hierzu musste jedes Band einzeln angehöhrt und gegebenenfalls bearbeitet werden. Da dies einen erheblichen Arbeitsaufwand darstellte und man die Digitalisierung aufgrund des unikalen Charakters der Aufnahmen nicht außer Haus geben wollte, hat man sich überlegt, wie man den Vorgang der Digitalisierung beschleunigen könnte.

Als Ergebnis wurde eine sogenannte „Digistraße“ mit Abspielgeräten und spezieller Software für die Überprüfung der Aufnahmen auf Funktionsfähigkeit eingerichtet. Hier können acht Tonbänder parallel digitalisiert werden. Um einen hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten, erfolgt im Anschluss an die Digitalisierung eine Qualitätskontrolle durch die Mitarbeiter. Auch ohne die Digitalisierung werden regelmäßig Qualitätskontrollen durchgeführt, um durch Migrationen Datenverlust zu vorzubeugen. Eine besondere Herausforderung stellen bei der Digitalisierung die technische Obsoleszenz und veraltete und somit schwer lesbare Daten dar.

Leicht kommt die Frage auf: Wozu dieser ganze Aufwand? Zum einen ist der BR Produzent von Kultur- und Unterhaltungsgut und somit von kulturellem Erbe. Des Weiteren muss manchmal auf ältere Aufnahmen zurückgegriffen werden, beispielsweise, wenn in neue Aufnahmen Dokumente, Bild- oder Tonmaterial eingespielt werden sollen. Außerdem bietet der BR eine gute Metasuchmaschine, die mit „rich media“, also um Metadaten angereicherte Medien, ein tolles Rechercheinstrument für die Redakteure darstellt.

Der zweite Teil unserer Führung ging dann in die BR-Aufnahmestudios. Die Studios des BR sind als Schalenbauten konzipiert. Sämtliche Studios befinden sich in der Mitte des Gebäudes, haben zwei Wände, sind von Gängen umgeben, an der Decke aufgehängt und auf Federn gelagert, um die Aufnahmen vor störenden Einflüssen von Außerhalb zu schützen.

Zunächst besuchten wir das größte Studio des BR, in dem beispielsweise Orchester-Aufnahmen oder Live-Sendungen stattfinden. Dieses Studio besteht aus dem Technikraum und einem Saal, in dem die Liveaufnahmen stattfinden. Zwei unserer Kommilitonen konnten in die Rollen von Toningenieur und Tonmeister schlüpfen und hatten dabei die Gelegenheit, Kopfhörer im Wert von 1500 Euro zu tragen und an einer Ausstattung zu sitzen, die den Wert eines Einfamilienhauses locker übersteigt. Außerdem erhielten wir Einblick in deren Aufgaben.

Den krönenden Abschluss unseres Besuches bildete der Einblick in die Sendestudios des B1. Hier erhielten wir die Möglichkeit, den Moderatoren Fragen zu stellen und eine Live-Sendung zu beobachten. Wir erfuhren, woher die uns bekannten Stimmen aus dem Radio wirklich kommen und welche Gesichter sich hinter dem „Phantom Radiostimme“ wirklich verbergen. Nach diesem netten und informativen Austausch erfolgte dann die Verabschiedung ganz stilgerecht mit den Worten: „Heute Abend hören wir uns wieder!“.

Vielen Dank an den BR, hier vor allem Herrn Müller, Frau Kitchens und Hern Erdelt und seine Kollegen, die uns die Einblicke in die BR-Archive, das Funkhaus und in die Sendestudios ermöglichten. Unser Besuch war sehr interessant und lehrreich und wir konnten einige neuen Erfahrungen und Eindrücke sammeln.

Kurs 2016/19

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