Präsentation von Handschriften und Inkunabeln durch Frau Dr. Bettina Wagner (BSB)
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Am 16. Dezember 2014 hatten wir, der Kurs 2014/17, das Vergnügen, von Frau Dr. Wagner einige Highlights der Sammlung Handschriften und frühe Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek vorgestellt zu bekommen.

Am Anfang zeigte sie uns, dass man nicht nur auf Papier oder Pergament schreiben kann. Wir sahen unter anderem zwei Steine mit Keilschrift-Inschriften, einen auf Palmblätter geschriebenen und in Bambus gebundenen Text aus Südostasien und einen Text auf Papyrus.
Ein Metallbuch aus China war nicht nur buchgeschichtlich eine Besonderheit, sondern lenkte unser Augenmerk auch darauf, mit welchem Aufwand alte Bücher heutzutage aufbewahrt werden. Nicht nur lag es, wie alle anderen Bücher, die wir ansehen durften, in einem eigenen Karton mit maßgefertigten Halterungen, sondern es war auch noch extra in säurefreies Papier eingeschlagen und durfte nur mit Handschuhen angefasst werden. Darüber hinaus erhielten wir auch noch weitere Informationen zu den Themen Konservation und Restaurierung von Büchern, die uns sehr neugierig machten auf die für einen späteren Zeitpunkt angekündigte Besichtigung des Instituts für Buch- und Handschriftenrestaurierung (IBR).

Als weitere Besonderheit sahen wir eine Handschrift, auf deren Pergamentseiten Spuren eines früheren Textes zu sehen waren, der abgeschabt worden war. Der Codex wies außerdem Spuren früherer Versuche, den alten Text mit Hilfe von Brennessel-Tinktur wieder lesbar zu machen, auf.

Als besondere Highlights konnten wir u.a. die Hypnerotomachia Poliphili, von 1499 sehen, einen Inkunabeldruck des venezianischen Druckers Aldus Manutius, der eines der ambitioniertesten Buchprojekte der Inkunabelzeit darstellt, sowie – nun bereits aus dem 16. Jahrhundert und auch in der Drucktype einer Handschrift nachempfunden – die Theuerdankausgabe von 1517, deren Herstellung von Kaiser Maximilian I. persönlich beauftragt und überwacht wurde.

(Kurs Q3 Bibl. 2014/2017)

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