Führung durch die Bibliothek des Deutschen Museums
Herr Hilz

Das Deutsche Museum: eine Einheit aus Bibliothek, Archiv und Ausstellungsteil. Bibliotheksleiter Herr Dr. Hilz führte den Kurs 2013/16 am 9. Februar 2015 durch die Spezial- und Forschungsbibliothek zu Technik und Naturwissenschaft. Dabei liegt ein besonderer Augenmerk auf der Wissenschaftsgeschichte. Der Bestand liegt bei ca. einer Million Medieneinheiten.
Er begann die Besichtigung mit einer Einführung in die Geschichte und Konzeption des Museums und ging dabei auch auf den Begründer Oskar von Miller ein. Erwähnenswert ist besonders die Bautechnik mit einer speziellen Stahlkonstruktion als Grundlage. Aber nicht nur beim Bau, sondern auch beim Bibliotheksbetrieb wurde besonders auf Modernität geachtet, beispielsweise durch mehrfache Exkursionen in USA. Man übernahm dabei das System der Freihandaufstellung, das zu damaliger Zeit in Deutschland noch weitestgehend unbekannt war, sowie das der Präsenzbibliothek. Die Fortschrittlichkeit der Bibliothek spiegelt sich auch in den angestrebten Benutzergruppen wider: Die Bibliothek soll nicht nur Fachwissenschaftlern und Forschern, sondern auch interessierten Museumsbesuchern, Stadtbewohnern und Studenten offenstehen.
Bei einem Gang durch den Lesesaal, der noch original aus der Zwischenkriegszeit erhalten ist, erklärte Herr Dr. Hilz die Aufstellungssystematik. Im Lesesaal befinden sich diverse Zettelkataloge unterschiedlicher Ordnungssysteme, die auch noch in Benutzung sind. Größtenteils sind die Bestände aber auch schon in einen OPAC eingearbeitet. Eine Bestellung kann sowohl über den OPAC, als auch über einen handschriftlichen Bestellzettel erfolgen.
Die nächste Station der Besichtigung war das sich in einem oberen Stockwerk befindliche Magazin, das sich über zwei Ebenen und entlang zweier Innenhöfe erstreckt. Da das Deutsche Museum von Bombentreffern weitgehend verschont blieb, kann man heute hier denkmalgeschützte Fenster aus den 1930er Jahren bewundern. An dieser Stelle ging Herr Dr. Hilz auch auf Konservierungs- und Erwerbungsfragen ein. Die Haupterwerbungsart der Museumsbibliothek ist die Stiftung (Geschenk).
Einband- und Scanstelle waren ebenfalls Teil des Rundgangs. Herr Dr. Hilz erläuterte Scanprojekte zu bestimmten Themenkreisen, z.B. Astronomie.
Des Weiteren durften wir auch die Rara-Sammlung besichtigen. Dieser umfangreiche Bestand, unter anderem alte Ausgaben der Acta Eruditorum, ist auch Voraussetzung für die Mitarbeit der Bibliothek beim Projekt VD18.
Bei einer abschließenden Fragerunde ging Herr Dr. Hilz auch auf die NS-Raubgut-Problematik ein.

Kurs Q3 Bibl. 2013/16

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