Besuch des Druckzentrums des Süddeutschen Verlags
Süddeutsche Zeitung

Wer wie wir alle schon immer einmal hinter die Kulissen einer der vier großen überregionalen Tageszeitungen Deutschlands blicken wollte, bekam am 19. Februar die einmalige Gelegenheit im Rahmen einer Führung einen Einblick in das Druckzentrum der Süddeutschen Zeitung im Osten Münchens zu erhalten.
Nach dem Betreten des imposanten Gebäudes wurden wir von Herrn Reisinger begrüßt und mit einem bildhaften und sehr anregenden Vortrag über die Anfänge der Süddeutschen Zeitung als erste nach dem Zweiten Weltkrieg in den Alliierten-Besatzungszonen erschienene Tageszeitung auf die darauf folgende Führung eingestimmt. Sehr anschaulich mit viel mitgebrachtem Material erklärte er uns die drucktechnischen Entwicklungen seit den Anfängen des hochindustrialisierten Druckes bis heute. Ein kurzer Imagefilm über den typischen Tageslauf einer Ausgabe der Süddeutschen Zeitung rundete die Einführung ab.
Mit Headsets und Besucherwesten ausgestattet betraten wir die „heiligen Hallen“ des Verlages mit seinen imposant über drei Etagen aufragenden MAN-Druckmaschinen und kamen genau richtig, um das um 17:30 stattfindende Andrucken live mitzuerleben. So bekamen wir einen guten Eindruck davon, welche Faktoren und welcher Aufwand vonnöten sind, um die korrekte Farbgebung der Zeitung zu gewährleisten. Genau für diese Leistung wurde die SZ schon mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Wie Schlangengebilde wanden sich die Förderbänder kilometerlang durch die gesamte Halle. Bei unserem nächsten Stopp konnten wir live miterleben, welch technisch ausgeklügeltes System es braucht, um die unterschiedlichen Beilagen wie z.B. das SZ-Magazin, an exakt der richtigen Position einzulegen. Der Verlag der Süddeutschen Zeitung druckt dabei nicht nur die eigene Zeitung, sondern u.a. in einer Kooperation mit dem Axel Springer-Verlag auch die BILD-Zeitung. Im Gegenzug dazu druckt dieser in Hamburg, Berlin-Spandau und Essen die entsprechenden Ausgaben der Süddeutschen Zeitung.
Weiter ging es zu „Erkan“ und „Stefan“, den von den Mitarbeitern liebevoll so getauften Robotern, welche die gigantisch großen Papierrollen zu ihrem Bestimmungsort transportieren. Wie die Zeitungen verpackt und verladen werden, erfuhren wir am Ende der Führung durch die Druckhallen. Interessant dabei war die Tatsache, dass die SZ sowohl bei der Produktion als auch bei der Versendung der Produkte auf ihr grünes Gewissen pocht. So wird z.B. ausschließlich auf Recycling-Papier gedruckt und die Auslieferung erfolgt nicht etwa per Flugfracht, sondern per LKW. Was die Auslieferung in die Vereinigten Staaten von Amerika betrifft, so verzichtet die SZ aus Umweltschutzgründen mittlerweile komplett auf die Belieferung. Dort ist nur die elektronische Ausgabe erhältlich.
Abschließend hatten wir die Möglichkeit, alle Fragen, die uns auf der Seele brannten, zu stellen.
Wirklich beeindruckt durch die vielen interessanten Erkenntnisse und bewaffnet mit der druckfrischen Ausgabe des nächsten Tages bereichert traten wir den Heimweg an.

Kurs Q3 Bibl 2013/2016

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