Bibliotheksbau(t)räume in der Bayerischen Staatsbibliothek
BSB Bibliotheksplan

Im Rahmen der Kabinettausstellung „Bibliotheksbau(t)räume von 1827 bis 1955 – Pläne, Projekte, Perspektiven der Bayerischen Staatsbibliothek und ihre Umsetzung“ durften die Kurse 2012/2015 und 2013/2016 der Fachrichtung Bibliothekswesen des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesens am Freitag den 8. Mai 2015 einem erläuternden Vortrag von Frau Annemarie Kaindl lauschen, die Nachforschungen für die Kabinettausstellung angestellt und diese organisiert hatte.
Im Laufe des Vortrags erfuhren die Studierenden, welche Baupläne es für die BSB im Laufe ihrer langen Geschichte gegeben hatte, chronologisch beginnend mit der Zeit, in der sie noch Hofbibliothek war. Am Anfang stand der Idealplan von Martin Schrettinger, der ab 1806 Kustos und später Unterbibliothekar an der Münchner Hofbibliothek war. Während Schrettingers Plan noch praktisch orientiert war, wurde danach, unter Ludwig I. und seinem Hofarchitekten Friedrich von Gärtner, viel mehr zu Demonstrations- und Repräsentationszwecken geplant, denn die ganze Ludwigsstraße sollte ihrem Herrscher zur Ehre gereichen. Wegen der zur Repräsentation nötigen langen Fassade konnte der quadratische Grundplan Schrettingers, an dem man sich später noch lange ideell orientierte, nie realisiert werden, da in der Tiefe einfach der Platz fehlte. Man musste sich auf ein halbes Quadrat, also ein Rechteck, beschränken. Dass der mittlere Gebäudeteil mit der riesigen und imposanten Freitreppe nur vom König selbst betreten werden durfte, trug neben der Weitläufigkeit nicht zur guten Benutzbarkeit bei.
Als schon wenig später die Raumnot immer größer wurde und man in den anfänglich als einzelne Saalbibliotheken geplanten Räumen immer mehr auch in der Raummitte lagern musste, wurden viele Bereiche beinahe unbenutzbar und es wurden Pläne entwickelt, wie man die beiden großen Innenhöfe überbauen und benutzbar machen könnte. Keiner dieser Pläne wurde je verwirklicht, aber manchen könnte man fast nachtrauern, beispielsweise wären bei einem in beiden Innenhöfen mehrere Magazinstockwerke eingezogen worden, um dann oben im Nordhof einen zusätzlichen Lesesaal und im Südhof eine Wandelhalle aufzusetzen.
In der Nachkriegszeit wurde lange geplant und überlegt, wie man die Bibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität und die BSB zusammenlegen, oder zumindest räumlich verbinden könnte. Auch diese nie verwirklichten Projekte wurden vorgestellt. Den Abschluss des Vortrags bildete ein Plan, der tatsächlich in die Tat umgesetzt wurde: Der alleinige moderne Anbau an die BSB ohne den Neubau für die UB der LMU.
Im Anschluss an den Vortrag konnten die Studierenden die Exponate in den sieben Vitrinen noch in natura vor dem Lesesaal Musik, Karten und Bilder besichtigen.

Link auf die Infoseite zur Kabinettausstellung

Kurs gD Bibl 2013/2016

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