Besuch in der Bibliothek der Technischen Universität München
TUB München

Bibliotheken sind zeitlose Heiligtümer des Wissens mit langsam wachsenden Staubschichten, streng bewacht von einer Gruppe grimmiger Wächter, den Bibliothekarinnen!
Wer mit solchen Vorurteilen die Teilbibliothek am Stammgelände der Technischen Universität München (TUM) betritt, wird glauben sich verlaufen zu haben. Gleich nach dem Betreten befindet man sich in einem großzügigen, zentralen Raum gegenüber einer großen Fensterfassade. In allen Richtungen sieht man Studentinnen und Studenten emsig über Laptops und Bücher gebeugt lernen, die Stufen zu den beiden höher liegenden Stockwerken emporsteigen oder sich gerade auf einer Couch fläzend vom Lernen erholen.
Und die uns begrüßende Bibliothekarin ist auch keinesfalls grimmig, sondern wirkt ganz im Gegenteil freundlich und aufgeschlossen. Nachdem Sie uns die Bibliotheksstruktur erläutert hat, werden wir von Ihr durch die verschiedenen Räume und Ebenen geführt.
Die Architektur wirkt modern und frisch (auch wenn sie manchen vielleicht etwas zu kühl erscheint), die Arbeitsplätze sind fast alle besetzt, und deshalb plant man auch ihre Zahl zu erhöhen – schließlich setzt man auf E-Medien und kann somit Bücherregale einsparen. Im obersten Geschoss angekommen wird es etwas stickig und heiß – hier merkt man, dass die Innenarchitektur zwar modern ist, das Gebäude aber viel älter und nicht mehr ganz den funktionalen Anforderungen gerecht werden kann – aber auch hier geht man das Problem an und plant eine neue Belüftungsanlage einzubauen.
Schließlich bekommen wir im Büro von Frau Dr. Leiß – unsere Führerin während der Besichtigung – noch eine Präsentation über die Bibliothek zu sehen. Dabei wird unter anderen auch auf die eTutorials und Schulungen eingegangen, die wegen der vielen Studenten aus aller Welt auch schon mal in Englisch angeboten werden. Überhaupt werden bei den Benutzungsservices gerne innovative Wege beschritten. So wurden etwa „Infosäulen“ aufgestellt, hohle, begehbare litfaßsäulenartige Anlagen, ausgestattet mit Flachbildschirmen, um sich von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren via Videochat beraten zu lassen. Diese Anlagen haben sich zwar auf Dauer nicht durchgesetzt, aber es ist ein weiteres Beispiel für die Lust auf Veränderungen und Weiterentwicklungen an der Bibliothek der TUM.
Und somit muss man sich wohl auch keine Sorgen machen, dass diese Bibliothek unter Staubschichten verschwindet, sondern man darf gespannt bleiben, welche Neuerungen es in den nächsten Jahren geben wird.

(Kurs Q3 Bibl. 2013/2016)

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