Führung durch das Deutsche Spielearchiv Nürnberg
Deutsches Spielzeugarchiv

Am 29. Mai 2015 nutzten einige Studenten des Kurses 2013/16 die Anwesenheit in Nürnberg während des Bibliothekartages um das dortige Deutsche Spielearchiv zu besichtigen.
Dort wurden wir von Dr. Torsten Lehmann empfangen und zunächst in die Geschichte des Spielearchivs eingeführt. Nachdem es 1985 von dem Germanisten und Medienwissenschaftler Dr. Bernward Thole als private Sammlung in Marburg begonnen worden war, wurde es 2009 von den Museen der Stadt Nürnberg aufgekauft. 2012 zog das Archiv in die Räume des historischen Pellerhauses um, in dem zuvor die Stadtbibliothek untergebracht gewesen war. Derzeit umfasst das Archiv einen Bestand von über 30 000 Spielen, zu denen jährlich ca. 300 Neuerwerbungen hinzukommen.
Das Spielearchiv sammelt und archiviert alle nach 1945 im deutschsprachigen Raum erschienenen Brett- und Tischspiele, welche meist als Geschenk der Spieleverlage ins Haus kommen. Die Erwerbung erfolgt in zweifacher Ausführung, damit zusätzlich zum Archivexemplar auch ein Exemplar zur Benutzung zur Verfügung steht. Es finden alle 14 Tage Spielenachmittage statt, an denen Personen jeden Alters teilnehmen dürfen. Dabei steht den Spielern der ehemalige Lesesaal offen. Die Spiele werden jedoch nicht außer Haus ausgeliehen, außer zur Verwendung bei Ausstellungen. Die Mitarbeiter investieren sehr viel Zeit und Mühe in die Erschließung der Spiele. Dabei werden auch aufgebaute Spielszenarien fotografiert und Spielanleitungen gescannt um den Katalog damit anzureichern und sie den Benutzern zur Verfügung zu stellen.
Zum Archiv gehört auch eine Spezialbibliothek. Diese umfasst ca. 7000 Bände zu den Themen Spieleforschung und Spielwaren allgemein und enthält außerdem auch Messekataloge der Spielwarenmessen in Nürnberg und Essen, Verlagsdossiers und -kataloge, Spielerezensionen und wichtige Fachzeitschriften. Diese Bibliothek wird immer wieder von Forschern aus der ganzen Welt, aber auch von Schülern und Studenten zur Anfertigung von Seminar- und Doktorarbeiten benutzt. Außerdem verwaltet das Spielearchiv auch die Nachlässe bekannter Spieleautoren, wie z.B. den Nachlass Alexander Randolphs, des Erfinders von „Sagaland“, dessen Prototypen eine eigene Ausstellung gewidmet ist.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Dr. Lehmann für die spannende und sehr umfassende Führung durch das Spielearchiv und haben uns sehr gefreut, dass er sich trotz hoher Arbeitsbelastung die Zeit dafür nahm.

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